Zeit über Heldentaten zu reden

07.11.2018 11:57:45 | Andreas Kyburz

von Andreas Kyburz am ASJM Schlusslauf in Klingnau

Dass ich und dr'Chlai uns auf internationalem Niveau durchsetzen vermögen ist längst bekannt und am letzten Weltcup der Saison in Tschechien wieder mal eindrücklich aufgezeigt worden. (http://andreaskyburz.ch/news-detail0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=131&cHash=7fbf92d342062162df028afe0f17363b)

Am ASJM Schlusslauf im beschaulichen Klingnau wartete eine weitere Herkulessaufgabe für die Gebrüder Kyburz: Durchsetzen gegen die klubinterne Konkurrenz. Klingende Namen wie Rianne, Hänse, Marc, Urs, Silvia oder Hanke. Passende Adjektive: hungrig wie die Löwen, unverbraucht und motiviert bis in die Haarspitzen. 

Da es dieses Jahr noch keine Vereinsmeisterschaft gab, wurde kurzerhand beschlossen, die aussergewöhnlichste Leistung an diesem Event mit dem Vereinsmeistertitel zu ehren. 

Die heroischen Leistungen der Teilnehmer unter der Lupe:

Chlai    45.18        1. Rang HAM

Das Top-Rennpferd im Stall vom OLK Fricktal, ausgeschlafen und in Topform, gab sich keine Blösse. Erster Start in der Kategorie HAM und gleich ein Sieg. Schon bald hatte er Sichtkontakt zu Andi, der 1’ vor ihm gestartet war, und verwaltete diesen im Stil eines Routiniers. Leider kein WOW-Moment. 

Fazit: Diese Leistung hätte vielleicht auch gereicht um einen Weltcuplauf zu gewinnen, aber ist sie auch gut genug um Klubmeister zu werden?

Andi    45.56        3. Rang HAM

Da ich gerade von den Ferien kam, stach ich mit Turnschuhen und kurzen Hosen in das Aargauer Dornenparadies.  Dies sorgte bereits vor Rennbeginn für Gesprächsstoff. Von Mut, Mitleid oder gar Wahnsinn war die Rede, aber ich kam aus dem Wald wie James Bond nach der wildesten Verfolgungsjagt: Ein paar blutige Kratzer fürs Sex-Appeal und um den Kampfgeist authentisch zu unterstreichen, aber ansonsten unzerstörbar. Mit einer neueren SI-Card wohl deutlich schneller. 

Fazit: Kämpferherz, sauberer Lauf. Was will man mehr?

Rianne    1.00.34        3. Rang DAL (gleiche Bahn wie HAM)

Wählte mutig die längste Damenbahn. Stabiler Lauf, gespickt mit einigen Ausrufezeichen. Zu Posten 21 ganze 10 Sek. schneller als dr'Chlai! Zu Posten 24 eine Sekunde schneller als Andi. Fulminanter Zielsprint: 6 Sekunden schneller als dr'Chlai, 3 Sekunden schneller als Andi. Wie ziehen den Hut.

Fazit: Die Topkracks je gleich zweimal geschlagen, was einen Glückstreffer ausschliessen lässt. Vereinsmeisterwürdig.

Hänse    1.04.26        6. Rang H50 (gleiche Bahn wie HAM)

Schnelle Startphase und Fabelzeit zu Posten 3, wo er beide Topcracks deponierte: 3 Sekunden schneller als Chlai, 8 Sekunden als Andi. Ebenfalls couragierte Leistung Zieleinlauf, wo er nur eine Sekunde auf Übersprinter Chlai verliert. Ansonsten gewohnt technisch stabil.

Fazit: Sein Rennen hat alles, was das Sportlerherz begehrt. Speed, Kampfgeist, Gänsehautmomente. Jedoch leichtes Nachlassen nach Hälfte des Rennens. Tribut für den Anfangseffort?

Marc    1.21.53        10. Rang H50 (gleiche Bahn wie HAM)

Über weite Strecken gleicher Speed wie Hänse, jedoch mit grossen Böcken zu Posten 5 und 22.

Neuer Zielsprintkönig des OLK Fricktals. 7 Sekunden schneller als dr'Chlai, 3 Sekunden schneller als Andi. Augenzeugenbericht: «Wie ein Blitz schoss er aus dem Wald, erst Sekunden später war ein Donnergrollen zu vernehmen.»

Fazit: Technisch kein Husarenlauf, aber unbändiger Wille bis zum letzten Meter.

Urs    1.29.31        15. Rang HAM

Mühe mit dem Einstieg (zu nervös oder noch Mühe mit den Augen?) und dem Ende («Die steilen Hänge am Schluss sind nichts mehr für mein Alter.»), ansonsten eine Grafik wie mit einem Lineal gezogen. Lobenswerter Durchhaltewille.

Fazit: Ob uns in 30 Jahren auch das gleiche Schicksal ereilt?

Silvia    49.45        1. Rang D60

Lief im Schatten des HAM/H50/DAL Kampfes einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg entgegen. Gewohnt sicher mit dem Kompass unterwegs. Technisch stark verbessert in den letzten Jahren. Leichtfüssig und beschwerdefrei.

Fazit: Bravouröse Leistung, leider fehlt der Vergleich zur direkten Konkurrenz.

Hanke    49.32        9. Rang OK

Stabiles Rennen, abgesehen von einem gröberen Bock. Multitasking-Talent: Feuerte unterwegs jedes bekannte Gesicht an. 

Fazit: Pluspunkte für diesen selbstlosen Einsatz.

Text und Bilder Andreas Kyburz